WKG Langenlebarn/Gitti-City holt sich in einem Herzschlagfinish den Bundesligatitel

Knapper kann man einen Wettkampf nicht gewinnen. Nur 0,55 Punkte Vorsprung reichten der WKG-Gitti City / Langenlebarn, um sich im Bundesligafinale erneut gegen den SK-Vöest durchzusetzen und sich damit auch den Ligatitel zu sichern.

Die Stockerauer, die mit einem knappen Sieg im September das Heimrecht für das Finale erworben hatten, kämpften anfangs sichtlich mit den Nerven und legten einige wichtige Versuche weg. Dass man trotzdem von der ersten Gruppe weg punktemäßig ein wenig stärker war als in der ersten Begegnung im September verdankte man vor allem Mario Pöttinger, der als einziger eine deutliche Steigerung gegenüber der ersten Begegnung zustande brachte. Die Gäste aus Linz waren hervorragend auf den Bewerb eingestellt, kämpften sich diszipliniert durch die Versuche und erarbeiteten sich vor der letzten Gruppe einen gewaltigen Vorsprung.

Die letzte Gruppe wurde im Blockheben ausgetragen, jeder Verein stellte dabei seinen stärksten Athleten. Der SK Vöest, der für Sargis Martirosjan wegen dessen bevorstehenden WM-Starts eine Gutschrift zugesprochen bekommen hatte und diese schon in der ersten Startgruppe in den Bewerb eingebracht hatte (Sargis wurde mit 180kg im Reißen und 205kg im Stoßen in die Mannschaftsleistung eingerechnet), schickte Manuel Littringer ins Rennen. Die Stockerauer hatten mit Philipp Forster einen starken Schlussmann, der aber die Herkulesaufgabe vor sich hatte, den vorhandenen Rückstand aufholen zu müssen. Im Reißen schienen dann alle Titelträume zu platzen, als Philipp Forster 2 x an seinem Anfangsgewicht scheiterte. Im Drittversuch brachte er die Last aber solide zur Hochstrecke. Littringer brachte ebenfalls nur die Anfangslast in die Wertung, weil er am Zweit- und Drittversuch scheiterte. Der Vorsprung der Linzer betrug dennoch immer noch fast 30 Punkte. Neben dem Duell an der Spitze stellte Viktoria Hahn, für die WKG Nord Wien/Polizei am Start, mit 90kg im Reißen einen neuen Österreichischen Rekord in der Kat. -75kg auf und begeisterte damit das Publikum.

Das Stoßen stand wieder ganz im Duell Vöest gegen WKG Gitti-City Langenlebarn. Ranshofen, das mit Patrick Dürnberger einen Klasse-Athleten in der letzten Gruppe am Start hatte, steuerte auf einen unangefochtenen 3. Platz zu, die WKG Nord Wien/Polizei konnte den Sprung aufs Podest nicht mehr schaffen, war aber zu stark um von den beiden Mannschaften dahinter angegriffen zu werden. Bruck an der Mur, mit Christian Kathrein am Start, und KSC Bad-Häring, das Armin Ritzer aufgestellt hatte, lieferten sich einen Kampf im Abstiegsduell. Bruck konnte sich hier durchsetzen und mit Rang 5 in der Liga auch den Klassenerhalt sichern.

Wirklich zu brodeln begann die randvolle Halle, als Manuell Littringer mit 156kg im Stoßen sehr hoch begann und eine solide Vorlage machte. Philipp Forster erwiderte mit starken 185kg, damit war der Rückstand aber noch nicht aufgeholt. Im 2. Durchgang schaffte Littringer mit 162kg eine neue persönliche Bestleistung. Forster ließ 196kg auflegen und griff damit erstmals nach der Führung. Die Halle tobte, als er den Versuch gültig zur Hochstrecke brachte. In der 3. Runde ließ Littringer 164kg auflegen um seine eben erst aufgestellte Bestleistung nochmals zu übertreffen. Wieder wurde es laut in der Halle, die Vöest-Fans, die mit einem Bus angereist waren, klatschten ihren Athleten zu Höchstleistungen. Littringer schaffte auch diese Last und brachte den SK-Vöest damit nochmals in Führung. Forster ließ die für den Sieg benötigten 198kg auflegen. Ein Jahr Bundesligawettkämpfe, ungeschlagen in allen Vorrunden, bisherige Mannschafts-Jahresbestleistung, das alles zählte jetzt nichts mehr, die Entscheidung hing alleine an diesem einen Stoßversuch. Philipp Forster hielt dem Druck, der auf ihm lastete, stand. Mit einem wunderschönen Versuch holte er den Finalsieg und damit auch den Sieg in der Bundesliga 2017 für seine Mannschaft.

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